Opa Günther, Papa Sebastian, Sohn Ben - Woher Kommen Namenstrends?

Vornamen im Wandel der Zeit

Jelka | 25.08.2018

Amador Loureiro

Habt ihr euch auch schon gefragt, warum viele Großmütter und -väter die gleichen Vornamen tragen, viele Papas und Mamas ähnlich heißen und man selbst auch umgeben ist von Freunden mit dem gleichem Namen, mit dem man selbst auch gerufen wird?

Dies liegt unter anderem an den modischen Schwankungen, die es bei der Namensvergabe gibt. Die Modetrends der Vornamen ändern sich ungefähr alle zehn bis zwanzig Jahre.

Und so entwickelten sich die Trends in den letzten Jahrzehnten:

Namenstrends der 50er Jahre

Nach dem zweiten Weltkrieg halten sich traditionelle deutsche Namen, wie Hans, Wolfgang, Gabriele und Angelika in den Top Ten. Viele Kinder bekommen einfach den Namen des Vaters oder Großvaters. Durch eine wachsende Reiselust und die Einflüsse anderer, vor allem westlicher Kulturen mischen sich aber immer mehr neue Vornamen unter die klassischen. Insbesondere italienische Vornamen werden immer häufiger vergeben, wie Antonio, Mario, Marina oder Ramona.

Die Vornamen der 60er Jahre

Thomas und Sabine sind in den 60er Jahren die Spitzenreiter der Namenshitlisten, gefolgt von Susanne und Michael. Zur selben Zeit aber geben immer mehr Eltern ihren Kindern erstmals französische Namen, wie Anette, Nicole, André und René.

Die 70er Jahre und ihre Babynamen

Nicole bleibt weiterhin sehr beliebt und hält sich in den 70er Jahren sogar fünfmal hintereinander auf Platz Eins. Zu ihr gesellen sich Stefanie bzw. Stephanie und Christian, also längere, dreisilbrige Namen. Die wachsende Mittelschicht bleibt bei eher klassischen Namen, während immer mehr Eltern sich an Vornamen von Popstars und Schauspielern orientieren. Auch skandinavische und friesische Namen kommen erstmals in Mode, z.B. Nils, Ole oder Astrid.

Angloamerikanische Namen klettern in den Achtzigern in den Namenshitlisten nach vorne. Immer mehr Babys heißen nun Kevin, Patrick, Pamela oder Jennifer. Auf Platz Eins stehen damals Julia und Christian.

Beliebte Namen der 90er Jahre

Am Ende der 90er Jahre tragen viele Kinder vermehrt Namen aus der Bibel, wie Tobias, David, Hannah und Lea. Aber auch der Trend zu amerikanischen Namen hält an. Kevin klettert in die Top Ten (eventuell ausgelöst durch den Film “Kevin allein zu Haus” von 1990).

Die meisten Kinder bekommen also eine Mischung aus dem Geschmack der Eltern, dem Trend in der Gesellschaft und der Traditionen.

Welche Namen sind aktuell beliebt?

Heute legen viele Wert auf einen schönen Klang des Namens. Dass es viele Noah und Elias gibt, liegt weniger am biblischen Hintergrund als an der weichen Aussprache. Die meisten werdenden Eltern finden außerdem kurze, ein- oder zweisilbrige Namen, wie Ben und Mia schöner, als lange.
Die Globalisierung und die Möglichkeit, überallhin zu reisen, tragen dazu bei, dass der Namenspool, aus dem die Eltern schöpfen können, heute riesig ist, im Vergleich zu einigen Jahrzenten davor. Früher hielten sich manche Namen jahrzentelang in den Top Ten, heute ändern sich die Hitlisten viel schneller.
Heutzutage wird das Kind als eigenes Individuum gesehen. Einfach den Namen des Großvaters zu vergeben, widerspricht dem. Ausgefallene Namen und Neuschöpfungen werden häufiger, das Kind soll nicht so wie das Nachbarsmädchen heißen.

Was der Zeitgeist wohl in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren hervorbringt? Das bleibt spannend. Aber einige Namensforscher sind sich einig, dass die Renate und der Jürgen wiederkommen.

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